GAMEPLACES - die Plattform für die Gamesindustrie und Kreativwirtschaft in Frankfurt

‚Feste oder freie: Arbeitsverträge in der Kreativwirtschaft‘ bei GAMEPLACES am 14. September

Frankfurt am Main, 07.09.2017 – Ob in Agenturen, Filmproduktionen oder Entwicklerstudios: Befristete Vertragsverhältnisse mit Kreativen sind gängige Praxis. Allerdings sind die arbeitsrechtlichen Grenzen zwischen einer – wenn auch befristeten – sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und einer selbständigen Tätigkeit fließend. Insbesondere seit der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) und den damit einhergehenden gravierenden Änderungen zum Fremdpersonaleinsatz gilt es, achtsam bei der Vertragsgestaltung mit Freelancern zu sein. Bei GAMEPLACES am 14. September gibt Christian Hoppenstedt einen Überblick über den aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Ergänzend erläutert er typische Klauseln in Verträgen mit Kreativen, zum Beispiel bezüglich Nutzungsrechten oder Geheimhaltung. Die Veranstaltung findet in der IHK Frankfurt statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.

Aus Sicht der Arbeitgeber sprechen neben inhaltlichen und arbeitsrechtlichen vor allem finanzielle Gründe für die Zusammenarbeit mit Freelancern. Damit kommen sie vielen Kreativen, die sich ungebunden fühlen möchten und auf ‚mehr Netto vom Brutto‘ hoffen, entgegen. Dennoch: Als Freelancer beschäftigt werden darf nur, auf wen konkrete arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Kriterien nicht zutreffen. Selbständigkeit hängt insbesondere nicht allein von der Anzahl der Auftraggeber ab; maßgeblich ist vielmehr die Ausgestaltung der Tätigkeit. Und auch die Annahme, das Risiko der Scheinselbständigkeit liege allein beim Arbeitgeber, ist falsch. Dieser haftet zwar grundsätzlich bis zu vier, bei Vorsatz sogar bis zu 30 Jahre rückwirkend für die gesamten Sozialversicherungsbeiträge, doch auch der Scheinselbständige ist für die Arbeitnehmeranteile bis zu drei Monate in der Haftung.

Arbeitgeber können ihr Risiko minimieren, indem sie ein Statusfeststellungsverfahren einleiten. Für selbständige Künstler und Publizisten kann zudem Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz und damit Anspruch auf Leistungen aus der Künstlersozialkasse (KSK) bestehen. Außerdem sollte unbedingt beachtet werden, dass die in der IT- Branche bislang als sicher eingestufte Praxis von Werk- oder Dienstverträgen mit so genannten ‚Fallschirmlösungen‘ infolge der Reform des AÜG seit dem 1. April dieses Jahres entfällt. Zwar lassen sich diese Verträge traditionell schwer von (illegaler) Arbeitnehmerüberlassung oder Scheinselbständigkeit abgrenzen; die Konsequenzen illegaler Arbeitnehmerüberlassung reichen aber von hohen Bußgeldern bis zur persönlichen Haftung der jeweiligen Entscheider.

Eckdaten zum aktuellen Termin:
Thema: ‚Feste oder freie: Arbeitsverträge in der Kreativwirtschaft‘
Referent: Christian Hoppenstedt (HOPPENSTEDT RECHTSANWÄLTE)
Termin: Donnerstag, 14. September von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ort: IHK Frankfurt am Main, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt
Direktlink zur Anmeldung

Über den Referenten: Christian Hoppenstedt ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Gründungspartner der Kanzlei HOPPENSTEDT RECHTSANWÄLTE in Frankfurt am Main, die alle Branchen der Kreativwirtschaft fokussiert. Als Experte für Film, Fotografie, Games, und Werbung berät er Unternehmen wie Kreative und veröffentlicht zu aktuellen Rechtsthemen. Er ist Lehrbeauftragter der Hochschule Darsmstadt h_da/mediencampus und hält regelmäßig Vorträge und Workshops. Als Vorstandsmitglied der gamearea-FRM und Mitinitiator des m² MedienMittwochs engagiert er sich ehrenamtlich für den Medienstandort Rhein-Main.

Über GAMEPLACES BUSINESS & LEGAL: Die auf Anregung der Wirtschaftsförderung Frankfurt und der gamearea-FRM im Jahr 2008 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe thematisiert für die Gamesbranche sowie für die übergeordnete Kreativwirtschaft relevante Rechtsfragen. Auch im Jahr 2017 wird die Veranstaltungsreihe, die in Kooperation mit Medienanwälten und Branchenkennern konzipiert wird, vom Hessischen Wirtschaftsministerium im Rahmen der Strategie Digitales Hessen, der Geschäftsstelle Kultur- und Kreativwirtschaft Hessen sowie der IHK Frankfurt am Main unterstützt.